Unser Patron, der Märtyrer Quirinus


Die Quirinusverehrung hat für unseren Raum Neuß als Zentrum und Ursprung. Die Äbtissin Gepa im Benediktinerinnenstift Neuß soll 1050 auf einer Romreise die Gebeine des Heiligen von ihrem Bruder, dem damaligen Papst Leo IX, erhalten haben. Verschiedene neue Altäre und Kirchen wurden daraufhin im 11. Jh. am Niederrhein dem hl. Quirinus geweiht. Zusammen mit Antonius, Hubertus und Cornelius wurde Quirinus im 14./15. Jahrhundert als einer der vier Marschälle angerufen und verehrt, die sozusagen als himmlische Minister dem hilfesuchenden Gottesvolk gute Dienste tun konnten. Auch wenn nicht viele Pfarren in unserem Raum diesen Heiligen als Hauptpatron besitzen, so erscheint er (oft zusammen mit den vier Marschällen) bis ca. 1500 als Nebenpatron, dem ein Seitenaltar geweiht wurde, oder auch in Filialkirchen und Kapellen (wie bei uns im Zusammenwirken mit Walbeck). Neben großer Verbreitung im Kölner, Trierer und im Eifelraum findet er sich so bei uns in Neuß, Düren, Dülken, Gladbach, Neukirchen-Vluyn, Xanten, Millingen, Straelen, St.Hubert, Gaesdonck, Till, Hassum, Nimwegen, Lottum, Maastricht sowie im westfälischen Beckum.

Durch die Vermischung mit der Verehrung und Anrufung des heiligen Bischofs Quirin (von Siscia, Fest 4.Juni) wurde der Tribun und Märtyrer Quirinus (Fest 30.April) in vielfältigen Leiden, Krankheiten und auch als Pferdepatron um Hilfe angegangen. Das Verbot kirchlicher Wallfahrten im 19.Jh. (Kulturkampf, aber auch sittliche Gründe) und die Bedeutung der Kevelaerwallfahrt haben Twisteden und Millingen deutlich geschwächt. Dennoch behaupten sich die kleinen Wallfahrtsorte wie Velden, Walbeck, Boxmeer, Kranenburg und geben dem Grenzraum eine eigene religiöse Prägung.

Der Tribun Quirinus hat in Rom nach der Legende zwischen 105 und 115 von Papst Alexander I das Taufsakrament empfangen. Unter Kaiser Hadrian soll er bald danach das Martyrium erlitten haben. Sein Grab fand er an der Via Appia in der Prätexterra-Katakombe. Zu Lebzeiten soll er sich als römischer Soldat um die gefangenen Christen gekümmert haben. Auch von einer Heilung des Mädchens Balbina erzählt die Legende. Nur Märtyrer hat die junge Kirche als Heilige verehrt, weil sie bereit waren, ihr Leben einzusetzen für ihre Überzeugung, gerade gegenüber der Vergöttlichungsideologie des römischen Kaisers. Über den Gräbern der Märtyrer wurden seit alters die Gottesdienste gefeiert als Zeugnis des Glaubens an die eine Kirche Jesu Christi der Lebenden und der Toten, die sich im Gebet und der Liebe verbunden sind im Blick auf die ewige Gemeinschaft bei Gott.































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